
Nein, Curling hat mit Schach nichts zu tun und ist dennoch ein Strategiespiel vom Feinsten. Was schreibe ich da? Es ist ein Strategie-Sport, bei dem auch gesetzte Herren meines Alters eine Chance hätten, sofern sich denn ein Sportclub in der Nähe der Sache annähme. Dann könnte man auch über mich sagen: "Er konnte nicht regelmäßig trainieren und muss nun von seiner Erfahrung leben." Gut, das würde dann vielleicht auch nur bis grad in die Endrunde reichen, aber der Spaß wäre riesig.
Curling gehört zu den Präzisionssportarten. Die Steine werden so schnell übers Eis geschoben, dass eine Zeitlupe des Abfahrtslaufes noch schneller wirkt. Aber die Spannung! Schon allein zu erraten, welche Taktik hinter dem nächsten Spielzug steckt! Also ich bin jedes Mal wieder begeistert. Einen Nachteil hat die Sache aber dennoch: Da nur ich diese Begeisterung in mir trage, kann ich den Übertragungen selten folgen – spätestens nach drei Steinen ist der Rest der Familie um mich eingeschlummert. Das hat zwar einerseits Vorteile, die ansteckende Wirkung ist sportlicher Begeisterung aber abträglich. Ein Glück, dass mein Fernsehgerät eine Abschaltautomatik hat …
Rover Curling – February 2006 – 33 © Kenneth Hynek
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