
Die Frage aller Fragen bei der Vox-Soap "Das perfekte Dinner" scheint mir immer außer der nach den Vegetariern die Frage zu sein: "Hast Du xyz selbst gemacht?" So auch wieder in der 5.KW 2010, als sich Liza, Desi, Barbara, Michael und Patrick in Berlin trafen. Das wirft grundsätzliche Fragen auf. Für mich leidet jedes noch so perfekt gekochte und servierte Dinner darunter, dass der Gastgeber ständig unterwegs ist. Das Essen servieren zu lassen könnte der Atmosphäre gut tun. Eigentlich wäre es auch konsequent, zusätzlich eine Küchenmannschaft zu engagieren, die das Essen auf den Punkt zubereitet. Aber so ist das nicht gewollt und deshalb artet die Senderreihe regelmäßig in eine Variante von "Rach, der Restauranttester" aus.
Aber zurück zum Selbstgemachten: Liebe Gastgeber, Ehrlichkeit wird nicht honoriert. Warum soll die Verwendung eines Soßenbinders eine lässliche Sünde sein, das Aufmontieren einer Fertigsoße dagegen eine Todsünde? Vermutlich hat Michael wegen der blöden Soße zu wenig Punkte erhalten – obwohl er halt nur Patrick nicht wirklich überzeugen konnte. Zu wenig Punkte bekam auch Barbara, deren souveräner Auftritt das Zeug zu 40 Punkten hatte. Insofern hat Babara korrekt gewonnen, schien mir aber mit 33 Punkten deutlich unterbewertet.
Bezüglich der ständigen Mäkelei an diesem und jenem hätte ich einen Vorschlag: Ein Sternekoch tarnt sich als Teilnehmer und bereitet am letzten Abend in einer Profi-Küche zusammen mit seinem Sous-Chef das Menü zu. Ich wette, dass er keine Chance auf einen Gewinn hat, oder liege ich falsch?
Berlin Holga Cliche © boliston
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