Fernsehen mit der Brille - 3D erobert deutsche Wohnzimmer?
abgelegt im Archiv Kommentiert , Messe am 21.01.10

In Taiwan ist ein Mann an einer Hirnblutung gestorben, nachdem er sich das 3-D-Spektakel »Avatar« im Kino angesehen hatte. (jw) Zum Thema 3D überschlagen sich die Meldungen und nähren in Handel und Industrie Hoffnung auf gute Geschäfte. Spätestens seit der Vorstellung vieler neuer Geräte auf der CES 2010 gibt es eine breite Diskussion. Das perfekt zum richtigen Zeitpunkt lancierte 3D-Event Avatar pusht die Technik sicher ebenso wie die ablehnende Haltung der Kirche.
Aber gibt es wirklich Grund für diese Euphorie? Aus der Diskussion hatte ich auf dem LG Blog zwei markante Beiträge herausgehoben: Eine gute Übersicht über nötige Technik findet sich im Ratgeber von "Der Standard" mit dem Titel Die 3D-Revolution kommt: Was Sie wissen müssen. Eine sehr streitbare, aber genau deswegen lesenswerte Meinung zu diesem Thema hat ein Redakteur (nie) im Artikel "Trend in den USA, schwierig für den deutschen Markt" aufgeschrieben. Für ihn scheinen sich an der nötigen 3D-Brille sich die Geister zu scheiden.
Gut, die Brille wäre sicher für meine Generation schon ein Argument gegen den Erwerb dieser Technik. Aber für mich wiegt ein anderes Argument viel mehr. Für mich ist gerade Deutschland meilenweit hinter der Entwicklung im digitalen Zeitalter her und 3D steht aktuell für mich nicht auf der Tagesordnung. Denn während in anderen Ländern Sendungen in HDTV zum täglichen Fernsehleben gehören, kann man hierzulande die freien Sender an einer Hand abzählen oder man muss Bezahlfernsehen über Satellit oder Kabel nutzen. Der terrestrische Standard DVB-T basiert auf einer veralteten MPEG-Technologie, ist nicht HDTV-fähig und kann keine 3D-Inhalte liefern. Außerdem haben viele Anwender gerade erst "normale" Blu-ray Player und ein großes HDTV-Fernsehgerät angeschafft. Und so lange das Angebot an frei verfügbaren HDTV im Fernsehen so gering ist und ich z.B. noch das Problem lösen muss, welcher HDTV-fähige SAT-Receiver angeschafft werden soll und wie ich die SAT-Signale ins Wohnzimmer kriege, fällt 3D zu Hause für mich aus. Aber vielleicht bin ich ja auch in einer anderen Zielgruppe …
Tags: 3D LCD-TV HDTV Brille CES2010
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Kommentar von:
D. Schade
(22.01.10 8:24 Uhr)
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Steht erst einmal in (fast) jedem Zuhause ein Super-duper Full HD Fernseher nebst ultramodernem BluRay Recorder und HDTV Reciever, dann wird die Medienindustrie erstmals gewaltig an der HDCP-Schraube drehen mit dem Ergebnis, dass über kurz oder lang für jeden TV-Inhalt genauso zu löhnen ist, wie für den Erwerb und die Nutzung von DVD/ BluRay Medien, inklusive eingeschränkter Nutzungsrechte...
Dass dies die GEZ-Gebühren manifestiert, ergibt sich dann von allein, da dann die öffentlich-rechtlichen Sender die Kosten neben der Finanzierung ihres Ihnaltes ausserdem mit ihrer zwingend weiterhin freien Empfangbarkeit begründen können.
Erstaunlich ist allerdings wie gut es der Elektronikindustrie gelingt, die Erstausstattung zur digitalen "Diktatur" über die Hintertür HD-Heimkinogenuss-bald in 3D!an den Mann/die Frau zu bringen.
Auch falls es den Eindruck macht- ich bin nicht technikfeindlich, im Gegenteil-hätte die HD-Technik nicht noch so unübersehbare Probleme, wäre ich schon lange auf den FullHD-Zug aufgesprungen, faszinierend sind die Möglichkeiten ja - auf den ersten Blick.
Auf den zweiten allerdings entdeckt man dann eben das unschöne Kleingedruckte.
Die 3D Revoution im Wohnzimer findet jedenfalls ohne mich statt, auf dass es in 10 Jahren kein böses digitales Erwachen gibt,in FullHD-3D -versteht sich!;-)