Jaqueline Ohnhold, Wahn oder die schwarzen Seiten der Pharma-Konzerne
abgelegt im Archiv Lesen statt Fernsehen am 27.05.07
Am Himmel der Krimiautorinnen ist für mich ein neuer Stern aufgegangen. Jaqueline Ohnhold beschreibt in "Wahn" gewinnmaximierende Komplotte zwischen einem Psychiater und der Pharma-Industrie. Die Story ist so überzeugend, dass sie wahr sein könnte. Diese Tatsache beunruhigt. Dass Konzerne für Gewinn selbst über Leichen gehen, kann weder mit Leugnen noch "Schönreden" aus der Welt geschafft werden. das buch zieht aus dieser Story und der Verquickung von Personen in dieses menschenfeindliche Komplott einen großen Teil der Spannung, die Schritt für Schritt gesteigert wird.
Zusätzlich berührt hat mich das Buch durch eigene Erfahrungen. Ich hatte mal einen Freund in einer Klinik besucht, der unter dem Eindruck von Psychopharmaka nicht wiederzuerkennen war. Völlig neben sich, kaum klare Worte, Sabber aus dem Mund - so ähnlich sind auch handelnde Personen beschrieben.
Mit "Hunger" hatte mich Jaqueline Ohnhold bereits neugierig auf die weiteren Bücher um das deutsche Ermittlungsteam Gollan, Hoffmann & Co gemacht. Die Beziehung zwischen den Ermittlern wurde so behutsam weitergesponnen, dass die Spannung für die folgenden Bücher erhalten geblieben ist. Ich drücke der Autorin die Daumen für weitere so überzeugende Geschichten und fiebere dem nächsten Band der Reihe entgegen.
Jacqueline Ohnhold
Wahn
Ariadne Krimi 1172
ISBN 978-3-86754-172-5

Tags: Alternative Krimi Empfehlung Argument Ariadne
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