
Bei meinen Streifzügen durch die nützlichen Programme für Videobearbeitung und andere nötige Arbeiten rund ums Thema digitales Fernsehen stoße ich auf verschiedenste Benutzeroberflächen und Bedienkonzepte. Manchmal scheint es, dass Hersteller den Nutzer aus dem Blick verlieren. Die Folge davon sind schlechte Bedienbarkeit, unsinnige Funktionen, frustrierte Nutzer.
Die Buhl-Data-Unit Sceneo geht nach eigenen Worten deshalb bewusst andere Wege: Sie bezieht die Anwender in die Entwicklung mit ein. "User driven development" heißt das neue Firmen-Konzept für bessere Software. Erstmals eingesetzt wird die neue Methode bei der Entwicklung der vierten Version der Media-Center-Software "Sceneo TVcentral".
Bei der Entwicklung der neuen Version 4 des Media-Centers Sceneo TVcentral haben erstmals die Anwender das Sagen: Während ein ausschließlich aus Nutzern bestehendes Team Ideen und Vorschläge zur weiteren Entwicklung der Software erarbeitet und die grundsätzliche Richtung vorgibt, entscheidet ein Gremium aus Nutzern und Entwicklern gemeinsam über die finale Umsetzung.
Das Besondere daran: Im Entscheidungsgremium stellen die Anwender die Mehrheit. So ist sichergestellt, dass sie die Entwickler jederzeit überstimmen können. Damit nehmen Nutzer zum ersten Mal entscheidenden Einfluss auf das Produkt: Sie können nicht nur Wünsche und Ideen äußern, sondern auch durchsetzen – eine echte Innovation in der sonst eher verschlossenen Welt der kommerziellen Software-Entwicklung.
Zustimmung zu diesem Ansatz kommt nicht nur von den Anwendern selbst, sondern vor allem aus Wissenschaft und Forschung. Jan Heß vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien der Universität Siegen sieht "User driven development" als richtungsweisendes Konzept mit großem Potential.
Um die Kommunikation zwischen den einzelnen Teams, den Anwendern und dem Unternehmen zu erleichtern, setzt Sceneo auf moderne Werkzeuge: Neben einem gemeinsamen Forum wird z.B. das Pflichtenheft als Wiki aufgebaut, so dass jeder nachlesen kann, was der aktuelle Stand der Diskussion ist.
"Wir laden alle Anwender ein, sich über die Community aktiv an der Entwicklung zu beteiligen", so Dr. Thomas becker, Bereichsleiter Sceneo bei Buhl. "Das gilt nicht nur für die Nutzer von TVcentral, sondern auch für alle, die andere Lösungen wie etwa MCE oder Mediaportal einsetzen. Wir wollen TVcentral V4 zum besten Mediacenter der Welt machen – und dazu müssen wir natürlich die besten Ideen aus allen Lösungen miteinander verbinden."
Dazu ist sicher jede Anregung wichtig. Wer "User driven development" einmal hautnah miterleben möchte, kann sich ab sofort für das Projekt anmelden.
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